Prole Comics

«Alle werden nach ihrer Meinung über alle Einzelheiten gefragt, um sie davon abzuhalten, eine Meinung über die Gesamtheit zu haben.» (Raoul Vaneigem)

Seit kurzem online auf deutsch: prole comics


9 Antworten auf „Prole Comics“


  1. 1 subversor 27. August 2009 um 18:43 Uhr

    In ähnlicher Absicht gibt es jetzt auch wieder das Video zur >Office Revolution

  2. 2 Tioum 27. August 2009 um 18:58 Uhr

    http://www.youtube.com/watch?v=ZC3DudLoWTE
    In welcher Absicht?

    Die Office-Revolution scheint mir als Gedanke aber eher einer primitivistischen oder mindestens maschinenstürmerischen Absicht entsprungen zu sein. Das obige Prole-Comic ist da einer materialistischen Analyse und den folgenden Schlüssen einiges näher verwandt.

  3. 3 bigmouth 27. August 2009 um 20:04 Uhr

    eigentlich zeichnen sich comics dadurch aus, weniger text als bücher zu haben. insofern: FAIL

  4. 4 Tioum 27. August 2009 um 23:21 Uhr

    Es ist zwar nicht jede Seite so vollgeschrieben wie obige. Trotzdem muss ich dir zustimmen.

  5. 5 subversor 28. August 2009 um 13:29 Uhr

    Ein bißchen Maschinenstürmerei ist doch okay. Immerhin waren das frühe Formen des Widerstandes gegen die kapitalistischen Zeitnormen (gerade hier hat natürlich die marxistische Orthodoxie die Legende vom wahnwitzigen Maschinenkaputtschlagen gestrickt).

    Andererseits sind die Szenen im Video auch nur eine merkwürdige Hippie-Utopie (oder Dystopie?) bei denen Marcuse nichts dran gefunden hätte. Das aber neben der Arbeitsorganisation die gesamte Kultur revolutioniert werden muss, halte ich nach wie vor für relevant. Das Großraumbüros nur in einem Sozialismus, der funktioniert wie die deutsche Post, für etwas zu gebrauchen sind, ist auch einleuchtend oder? Jetzt ist aber selbstredend nicht jeder, der sein Büro nicht mag oder am liebsten den Bildschirm aus dem Fenster werfen würde ein Gegner des Kapitals ;-) Wäre ja auch zu einfach!

  6. 6 gruenundgrau 29. August 2009 um 22:21 Uhr

    der umstand das die maschienenstürmerei eine frühe from des widerstandes gegen die durchsetzung neuer formen der arbeit waren, ist doch kein argument für die richtigkeit dieser from des widerstandes.
    die orthodoxie (und nicht nur die eine luxemburg oder ein karl schröder haben da die gleichen positionen vertreten) hat ja nicht einfach einen mythos von der wahnwitzigen maschienenstürmerei geschaffen, sondern einen mythos der wunderbaren maschiene die nur in der richtigen wirtschaft genutzt werden müsste. und zu gebrauchen sind die dinge (auch großraumbüros) ja durchaus, aber warum sollte man in einer gesellschaft deren maßstab der mensch, und nicht mehr produktivität und profit, ist eine maschinerei dulden die diesen menschen übel zufügt, die vermieden werden könnten, wenn man das ding anders produziert? da kann man dann ruhig voller freude die maschienen zerschlagen deren knecht im dienste des kapitals man solange war.

    das comic finde ich auch wenig gelungen. zuviel text und der ist auch noch zu erklärend.
    anstatt die den versuch zu wagen die ideologische vermittlung der wirklichkeit punktuell zu durchbrechen, in dem man punktuell die widersinnigkeit dieser gesellschaft und der dazu passenenden erklärung darstellt, versucht man sich mit alternativen erklärungen.
    wen will man denn mit sowas etwas klarmachen? wer nicht „vorbelastet“ ist, legt sowas doch sofort wieder weg. der text reizt auch nicht zum nachdenken oder weiterforschen. es werden keine probleme und widersprüche dargelegt (also durch imanente kritik die widersinnigkeit des kapitalismus offen gelegt), sondern eine weltsicht geschildert die revolution nahelegt.
    der inhalt muss schon deswegen zur weltsicht verkommen (völlig unabhängig davon wie er gewonnen wurde9, weil er eben nicht den raum hat tatsächlich ein ding darzustellen und durch das nachvollziehen einer analyse einen begriff von diesem ding zu gewinnen. sowas kann nur eine diskussion, oder alternativ ein buch und selbst die tun sich oft genug schwer damit.

    so liest sich der comic dann übringens auch für jemand der sich mit dem thema schon befasst: man kann ja oft nicken, aber überraschend oder zum lachen oder überhaupt irgendeine form der leidenschaft entfacht das ding ja nicht gerade.

  7. 7 Tioum 30. August 2009 um 5:03 Uhr

    Die Revolution heute würde mehr Fabriken abschaffen, als unter ArbeiterInnenkontrolle zu stellen. Darin gebe ich dir recht. Dass man allerdings in Grossraumbüros neue „autochtone“ Stämme gründen und Tiere halten soll – wie das das beworbene Video nahe legt –, das halte ich für zumindest tendenziell blödsinnig.

  8. 8 gruenundgrau 30. August 2009 um 10:59 Uhr

    hast recht.
    das ist bild am ende ist aber hoffentlich (man was ja nie bei der linken) nur ein platzhalter für etwas anderes.
    faszinierend an solchen videos (auch an themroc) ist doch die zerstörung des alten. wenn dazu immer auch ein bild der zukunft gezeichnet wird, in dem dei menschen als normaden oder höhlenmenschen leben, ist das doch besser ein solches als eines des sozialismus. der lässt sich nähmlich nur schwer ausmalen und das ausmalen bringt auch nichts. in dem bild das dessen stelle besetzt schwingt aber die lustvolle wiederaneignung und versöhnung mit der welt mit und ist damit ein ausblick ohne in seinem inhalt festgelegt zu sein: es ist die möglichkeit die alte gesellschaft zu zerstören und an ihre stelle eine ganz andere zu setzen. das das leben irgenwelcher normaden oder höhlenmenschen nicht der bringer und auch nicht gerade harmonisch war sollte ja bekannt sein.

  9. 9 negative potential 16. September 2009 um 20:21 Uhr

    eigentlich zeichnen sich comics dadurch aus, weniger text als bücher zu haben. insofern: FAIL

    Genau. Das da oben ist kein Comic, sondern ein illustriertes Buch.

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