Blogsport macht glücklich!

Durch eine Diskussion über das Glück kochender Frauen, bin ich kürzlich auf einen neuen Nachbarn gestossen: Kollege Picture the pursuit of happiness. Dieses besonders dummdreiste Exemplar der Gattung «Glücksforscher» hat es sich zur Aufgabe gemacht, «spannende Einsichten» aus dem Seminar «Ökonomie und Glück» an der Humboldt-Universität Berlin «seinen Lesern fotografisch näher zu bringen». Neben der Messung der Durchblutung von Hirnarealen und soziologischen «Glücksmessungen» beschäftigt sich die Glücksforschung wie in genanntem Seminar mit den Zusammenhängen von Ökonomie und Glücksgewinn.


Neuste Erkenntnisse der Glücksforschung: Arbeit macht glücklich! Beten macht frei!

Glücksforscher Jonathan, welcher sich auf Blogsport niedergelassen hat, zeigt in seinem Blog auf, was denn nun die Schlüsse jener Variante wissenschaftlicher Apologie sind: Konsumieren ohne sich über die Kohle gedanken zu machen, führt zum Glück! Wer fleissig arbeitet und sich mit seiner Arbeit identifiziert, ist glücklich! Wer brav in die Kirche geht und betet, wird glücklich! Eigentlich kann man diesen affirmativen Scheiss auf eine einfache Formel runterbrechen: Wer die Anfoderungen dieser Gesellschaft am meisten verinnerlicht, kommt mit den herrschenden Zuständen am besten klar. Und wenn man dann auch noch die esoterische Verklärung abstrakter Zwänge mitmacht, dann knallts aber vor «happiness»! Eine wahrlich bahnbrechende Entdeckung!

Wäre das ganze keine dermassen dümmliche Veranstaltung (und auf der Nachtwache nicht soviel los), könnte man sich auch mal noch Gedanken darüber machen, was denn eine Kategorie wie «Glück» überhaupt für einen Sinn macht. Und was das mit einer Gesellschaft zu tun hat, die alle abstrakt gleich macht um sie zugleich gegeneinander zu werfen.


7 Antworten auf „Blogsport macht glücklich!“


  1. 1 schons 26. Juli 2009 um 21:39 Uhr

    „Eigentlich kann man diesen affirmativen Scheiss auf eine einfache Formel runterbrechen: Wer die Anfoderungen dieser Gesellschaft am meisten verinnerlicht, kommt mit den herrschenden Zuständen am besten klar.“

    alternativen? handlunsanweisungen bitte!

  2. 2 ubik 27. Juli 2009 um 2:10 Uhr

    erinnert mich an Visioneers:
    http://www.youtube.com/watch?v=V3xhMOXT1Z8

  3. 3 Tioum 28. Juli 2009 um 0:21 Uhr

    ubik:
    Werd ich mir demnächst mal anschauen.

    schons:
    Viel Drogen und Alkohol. Und Zigaretten.
    Aber das weisst du ja bestimmt schon.

  4. 4 schons 28. Juli 2009 um 11:04 Uhr

    bestimmt! aber du kannst da ja auch ein lied von singen, nech?

  5. 5 Tioum 28. Juli 2009 um 19:55 Uhr

    Ich singe grundsätzlich nie. Ausser Arbeiterlieder.

  6. 6 der Klassensprecher von 1984 29. Juli 2009 um 8:20 Uhr

    bestimmt! aber du kannst da ja auch ein lied von singen, nech?

    Na klar!

    http://www.lastfm.de/music/Achim+Reichel/_/Steaks+und+Bier+und+Zigaretten

  7. 7 schons 31. Juli 2009 um 12:24 Uhr

    wer mit dem fauser jörg befreundet war, muss gute lieder singen können.

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