Archiv der Kategorie 'Fresse halten!'

Cut up bzw. shut up

Sowas macht man, wenn man intellektuell & schriftstellerisch nichts drauf hat und eigentlich auch gar nichts zu sagen weiss:

Der größte Selbstmordterrorist war die deutsche Volksgemeinschaft: an ihm orientiert sich bewußt oder unbewußt alles, was heute gegen die USA und Israel kämpft, um gleichzeitig mit und gegen den Kapitalismus zu kämpfen (Gerhard Scheit). Zugegebenermaßen: Das alles ist nur schwer verständlich (und ich habe es selbst auch nicht verstanden), denn es ist ja die gesellschaftspraktisch gewordene Metaphysik (Joachim Bruhn). Dies jedoch hindert […] nicht daran, unmittelbar im Anschluß folgenden Satz zu formulieren (Alex Gruber): Anders als auf den Begriff Rassismus, der allenfalls von historischem Interesse ist, kann also auf den Begriff der Rasse nicht verzichtet werden, denn er erinnert daran: Deutsche, die dem Führer bis zuletzt die Stange gehalten haben; Berufspalästinenser… (Clemens Nachtmann)

Rap für Deutschland 2

Nachschlag:
Afrob ärgert sich, dass «Politik […] einfach nicht für die Jugendlichen zugänglich gemacht [wird]», obwohl Deutschland doch mit Merkel eine «schlagfertige, freche Göre [sein eigen nennen kann]. Die zerstört dich mit einem Satz»! Und so schliesst er folgerichtig: «Schwarz-Gelb. Das sind die einzigen, die uns noch retten können. SPD und Rot-Grün ist mir zu viel Ideologie.»


Schwarz-Gelb wählen. Oder es knallt!

Rap für Deutschland

Nachdem die Studentenrapper von Blumentopf während der WM des deutschen Volkes Beobachter spielten, beschimpfen sie nun selbiges. Allerdings nicht – wie man bei völliger Unkenntnis des proklamierten Inhalts der besprochenen Spass- und Trotteltruppe glauben könnte – wegen seiner Form als Zwangskollektiv oder wegen staatsbürgerlich blindem Affirmantentum, sondern weil vorallem die jüngeren Semester mit Abwesenheit bei der anstehenden Wahl glänzen könnten. Die Insassen der Nation, so wohl der Gedanke, lassen sich schon zur Wahl bewegen, wenn man sie bloss lange genug als die Deppen beschimpft, die sie in manchem Falle tatsächlich sind. Es geht diesen ewigjugendlichen Politidioten also nicht um ein vermeintlich falsches Kreuzchen, sondern darum, dass die Truppe zur Durchsetzung nationaler Interessen im In- und Ausland zu wenig Legitimation per Stimmzettel erhält. Bei soviel patriotischem Eifer sieht selbst der König von Deutschland aka Eko Fresh noch bleicher aus als ohnehin, ruft der doch bloss bürgerpflichtgerecht zur Wahl seines CDU-Homies auf.

PS: Dass auf meinem Blog die Kategorie «Fresse halten!» überrepräsentiert ist, soll man bitte der Realität anlasten und nicht mir.

Blogsport Highlights II

Der Nachbar im geistigen Kellergeschoss schreibt zum Georg W. Bush Plaza in Israel ein Lob des damit Geehrten. Er weiss nämlich, dass zumindest aus seiner Perspektive Georg W. Bush nicht «vertrottelt» war, sondern so einiges geleistet hat:

«irak ist dafür ein bekanntes beispiel: im krieg eigentlich alles richtig gemacht, aber danach einfach die kontrolle über die entwicklung verloren.»

Auf einer Insel…

…geschehen höchst merkwürdige Dinge. Damit ist über Lost eigentlich alles Nötige und zugleich Unnötige gesagt. Wer es aber doch genauer wissen will, der kann sich hier in 8 Minuten den Plot einer der bescheuertsten Serien dieser Dekade anschauen.

Diffuse Verblödung

Ein junger Philosoph hatte einst eine Idee. Ein junger Schreiber fand nun diese Idee ganz dufte und schrieb für die Bravo für Erwachsene und andere Antideutsche eine Geschichte darüber. Und die geht in etwa so:

Wir schreiben das Jahre 2009, die alte Geschichte mit Kapital, Staat und den anderen Hauptdarstellern des zwanzigsten Jahrhunderts ist vorbei. Anstelle von Realsozialismus und Kapitalismus hat sich eine alles integrierende kybernetische Maschine gesetzt. Das «Arrangement der Lohnarbeit» wird nur noch aufrechterhalten, damit sich die Menschen «in ständiger Bewegung auf die Möglichkeit eines Jobs hin befinden». «Wo mit mechanischer Arbeit kein Wert mehr geschöpft werden kann, muss die kreative Persönlichkeit als Ganzes ausgebeutet werden.» Wert, Mehrwert, Kapital: alles hinfällig, veraltet, abgestorben. Heute beutet die kybernetische Maschine alle aus, in dem sie heute eine Homepage gestalten, morgen auf Facebook netzwerkeln und übermorgen eine iPhone-Hülle stricken müssen. Soziale Bewegungen haben in dieser Maschine bloss noch die Funktion, die Menschen als «Feedbackschleifen» zu integrieren. Stattdessen muss eine antigesellschaftliche, konzeptlose Guerilla aufgebaut werden: Die diffuse Guerilla! Deren Ziel ist es, «Zonen offensiver Undurchsichtigkeit auf[zu]bauen: zum Nebel [zu] werden.»

Zum Nebel werden! Mit dem Verstand des Autor hat’s zumindest schon geklappt.

Blogsport macht glücklich!

Durch eine Diskussion über das Glück kochender Frauen, bin ich kürzlich auf einen neuen Nachbarn gestossen: Kollege Picture the pursuit of happiness. Dieses besonders dummdreiste Exemplar der Gattung «Glücksforscher» hat es sich zur Aufgabe gemacht, «spannende Einsichten» aus dem Seminar «Ökonomie und Glück» an der Humboldt-Universität Berlin «seinen Lesern fotografisch näher zu bringen». Neben der Messung der Durchblutung von Hirnarealen und soziologischen «Glücksmessungen» beschäftigt sich die Glücksforschung wie in genanntem Seminar mit den Zusammenhängen von Ökonomie und Glücksgewinn.


Neuste Erkenntnisse der Glücksforschung: Arbeit macht glücklich! Beten macht frei!

Glücksforscher Jonathan, welcher sich auf Blogsport niedergelassen hat, zeigt in seinem Blog auf, was denn nun die Schlüsse jener Variante wissenschaftlicher Apologie sind: Konsumieren ohne sich über die Kohle gedanken zu machen, führt zum Glück! Wer fleissig arbeitet und sich mit seiner Arbeit identifiziert, ist glücklich! Wer brav in die Kirche geht und betet, wird glücklich! Eigentlich kann man diesen affirmativen Scheiss auf eine einfache Formel runterbrechen: Wer die Anfoderungen dieser Gesellschaft am meisten verinnerlicht, kommt mit den herrschenden Zuständen am besten klar. Und wenn man dann auch noch die esoterische Verklärung abstrakter Zwänge mitmacht, dann knallts aber vor «happiness»! Eine wahrlich bahnbrechende Entdeckung!

Wäre das ganze keine dermassen dümmliche Veranstaltung (und auf der Nachtwache nicht soviel los), könnte man sich auch mal noch Gedanken darüber machen, was denn eine Kategorie wie «Glück» überhaupt für einen Sinn macht. Und was das mit einer Gesellschaft zu tun hat, die alle abstrakt gleich macht um sie zugleich gegeneinander zu werfen.

Das Schöne am Materialismus

Die Bravo für Antideutsche und andere modebewusste Partygänger des amerikanischen Traumes behandelt in ihrer dritten Ausgabe die Zeitschrift «Brüche». Dieses unterdessen endgültig ihrem eigentlichen Bestimmungszweck zugeführte bedruckte Altpapier wurde in den Jahren 02/03 von zwei Provinz-Jugendlichen herausgegeben. Heute plaudert einer von beiden frei von der Leber, was seine Gesinnungsgenossen Mané, Lipstick oder Karwan erst durch Universitätsarbeiten und verklausulierte Blogeinträge durchscheinen lassen.


Gesunder Geist im gesunden Körper; Dolph Lundgrens Enkel, einer der Herausgeber von «Brüche»

In der ersten Brüche schrieb mein Herausgeberkollege Florian über die antisemitische Volksgemeinschaft, aber es war neben der inhaltlichen Auseinandersetzung ein wichtiges Style-Ding. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir mit den Linken abgeschlossen. Die und die Nazis behandelten wir nach dem Motto «Pack schlägt sich, Pack verträgt sich». Nur weil beide an einem unterschiedlichen Punkt starteten, ändert das eben nichts an der Tatsache, dass das Ziel das gleiche war: nämlich Deutschland, vermittelt durch den Faschismus.

Wir fanden uns und unsere Attitüde damals schon ganz geil. Es war rumgeprolle mit Theorie.

Aus dem Kapitalismus kommt man, als in sich selbst prozessierendes Subjekt, nicht so einfach raus, gerade das macht ja die Totalität des Kapitals aus. (…) Daher war unsere Frage: Was machen wir? Und die Lösung war: Wir machen eine Zeitschrift

Der Materialismus ist im Wesen einfach und erklärt sich, das ist ja das Schöne und ein Merkmal von Wahrheit, von selbst.

Folgerichtig hat der Materialismus damit die Wahrheit und so auch das Urteil über dieses Derivat der politischen Verblödung gesprochen. Um ihn noch zu ergänzen: Die hier behandelte «Strömung» als politisches Problem zu behandeln geht am Gegenstand vorbei. Stattdessen wäre damit umzugehen wie mit jeder Modebewegung jugendlicher Klugscheisser.

Dies hier ist unser Deutschland

An dieser Stelle erstmal einen Gruss an Deutschlands Rapper Sammy «Ich werd beweisen das ich mehr für Deutschland mach als der Staat» Deluxe: Es ist schön, dass es dich gibt. Gib nicht auf! Erhebt euer Glas: Karnikelzüchter-Vereine. Kneipe. Videothek. Selbsthilfegruppen. Leni Riefenstahl. Zyklon B.
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